Kapitel 6 · Bereich II – Spielablauf
Talon & Verlegen
Wie Sie den Talon richtig nutzen und welche Karten Sie verlegen dürfen – eine kleine Feinheit mit großer Wirkung.
Was ist der Talon?
Der Talon sind jene 6 Karten, die beim Geben verdeckt in die Mitte des Tisches gelegt werden (mehr dazu im Kapitel Spielvorbereitung). Er besteht aus zwei Hälften zu je drei Karten – diese Hälften dürfen nicht untereinander ausgetauscht werden.
Bei den meisten Spielen kann der Spielersteher mit Hilfe des Talons sein Blatt verbessern. Auf die Hilfe des Talons darf dabei vertraut werden: Im Durchschnitt liegen 1 bis 2 Tarock im Talon, oft auch mehr.
Der Ablauf – Schritt für Schritt
- Der Spielersteher öffnet den Talon nach der Lizitation
- Er wählt eine der beiden Hälften (die für ihn besser geeignete)
- Die ausgewählten 3 Karten kommen zu seinem Blatt
- Er verlegt dafür 3 Karten verdeckt aus seinem Blatt
- Die verlegten Karten zählen zu seinen eigenen Stichen
- Die nicht gewählte Talonhälfte zählt zu den Stichen der Gegner
Wichtig: Die Gegner dürfen keine Karten zwischen den Talonhälften austauschen. Was in der liegengebliebenen Hälfte ist, bleibt dort.
Welche Karten darf ich verlegen?
Beim Verlegen gelten strenge Regeln – manche Karten sind tabu, andere dürfen nur in bestimmten Fällen und offen verlegt werden:
| Karte | Verlegen erlaubt? |
|---|---|
| Könige (alle vier) | ❌ Nie verlegen! |
| Trullstücke: Gstieß, Mond (XXI), Pagat (I) | ❌ Nie verlegen! |
| Andere Tarock (II bis XX, ohne Mond/Pagat) | ⚠️ Nur wenn zwingend notwendig – und dann offen |
| Farbkarten (außer Könige) | ✓ Verdeckt verlegen |
Warum sind Könige und Trullstücke tabu?
Diese Fünferzähler sind mit jeweils 5 Punkten die wertvollsten Einzelkarten im Spiel. Würden sie in die Ablage wandern, hätte der Spieler einen unfairen Vorteil: Er könnte wertvolle Punkte auf der Hand behalten und gleichzeitig welche in die Ablage schieben. Deshalb gilt: Könige und Trullstücke bleiben im Spiel.
Wann muss ich Tarock offen verlegen?
Bei Tarockspielen dürfen Tarock nur dann verlegt werden, wenn der Spieler keine Farbkarten mehr verlegen kann (Könige sind ja tabu). Werden in diesem Fall Tarock verlegt, müssen diese den Mitspielern offen gezeigt werden – damit jeder weiß, welche Tarock aus dem Spiel sind. Die Gegner haben dadurch Informationen für ihre Strategie.
Sonderfälle pro Spielart
Je nach Spielart gelten beim Talon unterschiedliche Regeln. Hier die wichtigsten Sonderfälle:
Sechser-Dreier
Der Spieler nimmt den gesamten Talon (alle 6 Karten) verdeckt auf – ohne ihn vorher zu sehen! Anschließend verlegt er 6 Karten verdeckt. Das macht den Sechser-Dreier zu einem besonders wagemutigen Spiel.
Farben-Dreier
Hier ist die Regel genau umgekehrt: Zuerst müssen Tarock verlegt werden, und zwar verdeckt. Erst wenn keine Tarock mehr im Blatt sind, dürfen Farbkarten verlegt werden – diese aber offen. Grund: In Farbenspielen sind Tarock keine Trümpfe, sondern normale Karten.
Solospiele
Bei Solorufer, Solodreier und Farben-Solo bleibt der Talon komplett liegen und wird den Gegnern gutgeschrieben – der Spieler verlegt nichts.
Ausnahme beim Solorufer: Liegt der gerufene König im Talon, bekommt der Spielansager die Punkte jener Talonhälfte, in der sich der König befindet.
Negativspiele
Bei Bettler, Piccolo, Zwiccolo und Trischaken bleibt der Talon unberührt. Er wird bei diesen Spielen weder aufgenommen noch zugeordnet.
Talon-Behandlung in allen Spielen
| Spiel | Talon-Aufnahme | Verlegen |
|---|---|---|
| Rufer, Besserrufer, Dreier | 3 Karten (1 Hälfte) offen | 3 Karten verdeckt |
| Sechser-Dreier | 6 Karten verdeckt | 6 Karten verdeckt |
| Farben-Dreier | 3 Karten (1 Hälfte) offen | Tarock verdeckt / Farben offen |
| Solorufer, Solodreier, Farben-Solo | Keine – Talon bleibt liegen | Kein Verlegen |
| Bettler, Piccolo, Zwiccolo, Trischaken | Keine – Talon bleibt liegen | Kein Verlegen |