Zum Hauptinhalt springen
Startseite Anleitung Spielvorbereitung

Kapitel 4 · Bereich II – Spielablauf

Spielvorbereitung

Sitzordnung, Mischen, Abheben, Ausgeben – so bereiten Sie eine Tarockrunde sauber vor.

Spielerzahl und Sitzordnung

Königrufen wird klassisch zu viert gespielt – mit insgesamt 54 Karten (mehr dazu im Kapitel Die Spielkarten). Sind fünf Personen am Tisch, pausiert reihum jener Spieler, der gerade Geber wäre. Der Fünfte darf sich nicht ins Spiel einmischen und insbesondere nicht in den Talon sehen.

Die Sitzordnung wird am Spielbeginn durch Kartenziehen ausgelost: Jeder zieht verdeckt eine Karte. Wer das höchste Tarock zieht, wird erster Geber. Wer die höchste Karte überhaupt zieht, ist die erste Vorhand (Merksatz: „hoch gewinnt"). Gespielt wird gegen den Uhrzeigersinn.

Geber teilt Tarockkarten an vier Spieler aus, Talon in der Tischmitte – die klassische Kartenausgabe beim Königrufen
Kartenausgabe am Tarocktisch – der Geber teilt 12 Karten pro Spieler aus

Mischen und Abheben

Die Karten werden so gemischt, dass eine wirklich zufällige Verteilung zustande kommt. Auf Verlangen eines Mitspielers muss nachgemischt werden. Das Abheben ist zweimal erlaubt.

Anschließend hebt ein anderer Spieler ab – wer genau, ist in verschiedenen Regionen unterschiedlich geregelt (siehe Hinweis am Ende des Kapitels). Der Geber selbst hebt nie ab.

Das „Draufklopfen" (also das Klopfen statt Abheben) ist in der offiziellen Variante nicht erlaubt. In privaten Runden wird es oft als Sonderregel zugelassen – dazu weiter unten mehr.

Die Kartenausgabe

Der Geber beginnt rechts von sich (also bei der Vorhand) und teilt im Gegenuhrzeigersinn aus. Jeder Spieler erhält insgesamt 12 Karten, und in die Mitte kommen 6 Karten als Talon (verdeckt).

Die klassische Ausgabereihenfolge

Schritt Aktion
1. Jeder Spieler erhält 6 Karten (am besten in zwei Paketen zu je 3 Karten)
2. 6 Karten werden als Talon verdeckt in die Tischmitte gelegt (2 × 3 Karten)
3. Jeder Spieler erhält nochmals 6 Karten (ebenfalls in Paketen zu je 3)
Gesamt 4 × 12 Karten bei den Spielern · 6 Karten im Talon = 54 Karten

Der Talon ist für alle Spieler tabu, bis der Spielersteher ihn aufnimmt (Details siehe Talon & Verlegen).

Karten aufstecken und zählen

Jeder Spieler sortiert sein Blatt übersichtlich. Dabei haben sich folgende Gepflogenheiten bewährt:

  • Farben abwechselnd: jeweils rote und schwarze Farben abwechselnd auffächern – so vermeiden Sie, Herz und Karo (beide rot) zu verwechseln
  • Stichkraft absteigend: innerhalb einer Farbe (und bei den Tarock) immer von der höchsten zur niedrigsten Karte
  • Tarock separat: die Tarock in einem eigenen Block halten – sie sind die Trümpfe

Anschließend zählt jeder Spieler seine Karten. Es müssen genau 12 Karten sein.

📌 Wichtig

Hat ein Spieler nach dem Aufstecken zu viele oder zu wenige Karten – oder wurden beim Geben Karten aufgedeckt verteilt – wird nochmals gemischt und neu gegeben. Ein Spielbeginn mit falscher Kartenzahl gilt als Renonce (Regelverstoß).

Achten Sie beim Aufnehmen der Karten darauf, dass niemand in Ihr Blatt sieht – und halten Sie selbst Ihre Karten diskret. Die Regeln der Fairness am Tarocktisch finden Sie im Kapitel Taroquette.

Geberfolge – wer gibt als Nächster?

Ist eine Runde beendet, wechselt das Geben entgegen dem Uhrzeigersinn. Die nächste Runde gibt der Spieler, der rechts vom vorherigen Geber sitzt – also die ehemalige Vorhand. Auf diese Weise kommt jeder Spieler der Reihe nach an die Vorhand.

Sonderregeln für private Runden

In privaten Runden werden häufig Sonderregeln vereinbart, die vom offiziellen Turnierablauf abweichen. Klären Sie diese immer zu Beginn – sonst kommt es zu Missverständnissen.

Zusammenwerfen bei schwachem Blatt

Hat ein Spieler ein Blatt ohne Tarock und ohne Könige, darf er nach Vereinbarung „zusammenwerfen". Dann wird – vom gleichen Geber – neu gegeben.

Klopfen statt Abheben

Wird das Klopfen zugelassen, ändert sich der Ausgabeablauf:

  • Die Karten werden nicht in mehreren Portionen gegeben, sondern als komplette „Ganze" zu je 12 Karten in einem Stück
  • Der Talon wird vorweg in die Mitte gelegt
  • Der „Abheber" klopft nur auf das Paket, ohne wirklich abzuheben
  • Die Vorhand darf nun wählen, welches der vier 12er-Pakete sie haben möchte (das 1., 2., 3. oder 4.)
  • Der Talon darf dabei nicht als letztes Paket gelegt werden

Das Geben in Tranchen zu je 3 Karten bewährt sich auch in dieser Variante.

Verwandte Kapitel